Alle Wege führen zur Musik...

Meine musikalische Kindheit und Jugend

Im April 1982 kam ich in Neunkirchen/Saar zur Welt. Schon als Kleinkind liebte ich es, Schallplatten mit klassischer Musik anzuhören ebenso wie Kassetten, auf denen das Leben bekannter Komponisten erzählt wurde. Niemand durfte mich dabei stören, denn dies war meine Welt. Nachdem ich im Alter von 4 Jahren Melodien nach Gehör auf dem Klavier nachspielte und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen darin bestand, Notenbücher anzuschauen sowie Noten zu schreiben (ohne dass ich diese hätte lesen können), bekam ich mit 6 Jahren schließlich meinen ersten Klavierunterricht. Ich schien Talent zu haben und so spielte ich im Alter von 7 Jahren meinen ersten Wettbewerb, bei dem ich die Jury von meinem Spiel begeistern konnte und einen 1. Preis mit voller Punktzahl erhielt. Es folgten zahlreiche weitere Preise, sowohl bei Jugend Musiziert als auch bei anderen nationalen Wettbewerben.

Erste Kompositionsversuche

Meine ersten kleinen Klavierstücke schrieb ich mit 6 Jahren: erste kleine Auseinandersetzungen mit dem auf dem Klavier zur Verfügung stehenden Tonmaterial. Später entstanden (wie mir heute bewusst ist) Stilkopien derjenigen Komponisten, deren Stücke ich zu dem Zeitpunkt spielte, gefolgt von dem Plan, ein Klavierkonzert in c-moll zu schreiben, da ich diese Tonart liebte. Nach 11 Seiten kapitulierte ich allerdings – zum Einen, weil ich einsehen musste, dass ich zu wenig Ahnung vom Orchester hatte, als auch, weil ich feststellte, dass ich innerhalb eines tonalen Kontextes nichts zu sagen hatte, so sehr ich tonale Musik auch mochte: Mir schien es, als ob jeder Versuch, tonal zu schreiben, bloß ein eher schlechter als rechter Abklatsch der alten Meister werden sowie dass ich das, was ich in mir fühlte, auf diese Art auch nicht aus mir heraus bekommen würde. Da ich zu dem Zeitpunkt keinerlei Bezug zur zeitgenössischen Musik hatte, waren mir eventuelle andere Wege nicht bewusst – so verwarf ich nicht nur meinen Plan mit dem Klavierkonzert, sondern stellte gleichzeitig auch sämtliche Kompositionsversuche ein.

Die Wende – Studium der Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Philosophie

Entgegen allen Erwartungen entschloss ich mich im Alter von 15 Jahren gegen das Ziel Musikstudium und somit auch gegen eine Karriere als Konzertpianistin, da ich schon immer sehr vielseitig interessiert war und mich nicht so früh nur auf diese eine Richtung festlegen wollte. Bis zum Abitur widmete ich mich vor allem den Sprachen und der Literatur, aber auch die Mathematik und die Philosophie weckten zunehmend mein Interesse.

 

So nahm ich 2001 ein Studium der Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der TU Kaiserslautern auf, welches ich mit einem Diplom mit Auszeichnung (1,0) abschloss, ebenso wie mein Ergänzungsstudium "Technisches Französisch". Währenddessen arbeitete ich als Sängerin im Extrachor des Pfalztheaters Kaiserslautern und wirkte dort in zahlreichen Opern-, Operetten-, Musical- sowie Konzertproduktionen mit. Darüber hinaus war ich bereits seit meinem 3.Semester als Übungsleiterin zu verschiedenen Mathematikvorlesungen tätig, was mir große Freude bereitete und wo ich erste pädagogische Erfahrungen sammeln konnte. 2003 absolvierte ich ein Auslandsstudium an der Harvard University, Boston. Die 2007 begonnene Promotion am Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik Kaiserslautern führte ich nicht zu Ende, da auf einmal meine alte Liebe zur Musik wieder so stark aus mir hervorbrach, dass ich begann, nachts intensiv Klavier zu üben, bis ich einsah, dass es an der Zeit sei, mich entweder der Mathematik oder der Musik zu widmen.

Alte Liebe rostet nicht – zurück zur Musik!

Erneut traf ich eine Entscheidung, mit der niemand gerechnet hatte: Allen skeptischen Anmerkungen zum Trotz brach ich die Promotion ab, verließ das sichere Terrain der Mathematik und bereitete mich auf die Aufnahmeprüfungen für ein Zweitstudium Musik vor. Von 2010-2016 studierte ich Klavier in der Klasse von Frau Professor Gesa Lücker an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit Zweitfach Gesang. Diesen sicherlich gewagten Schritt habe ich nicht eine einzige Sekunde lang bereut. Wertvolle künstlerische Impulse erhielt ich außerdem durch Frau Professor Inge Rosar und Tamara Stefanovich. Darüber hinaus hat mich auf Meisterkursen unter anderem die Arbeit mit Walter Blankenheim, Jacob Leuschner, Georg Friedrich Schenck und Pierre-Laurent Aimard sehr bereichert. Im Rahmen meines Studiums wirkte ich bei mehreren Konzerten mit, so u.a. bei der Aufführung aller Etüden von György Ligeti, in der Liszt-Nacht der Hochschule für Musik und Tanz Köln oder bei Klassenabenden der Klavierklasse von Frau Professor Lücker. Daneben spiele ich immer wieder Haus- und Benefizkonzerte, sei es als Solistin oder zusammen mit meiner Duo-Partnerin Constanze Störk (Sopran).

Aufbruch zu neuen Ufern – Musiktheorie und Neue Musik

Neben meiner breiten pädagogischen und künstlerischen Ausbildung begann ich, mich zunehmend für Musiktheorie und Neue Musik zu interessieren. Eine Schlüsselfigur war und ist für mich dabei György Ligeti, dem ich – ohne ihn je persönlich gekannt zu haben – sehr viel zu verdanken habe. Seine Musik, die mir aus der Seele spricht als sei sie ein Teil von mir, hat mich so fasziniert, dass ich diesen Menschen mitsamt seiner Musik unbedingt näher kennenlernen wollte. Ehe ich mich versah, war ich mitten drin – nicht nur in der Welt der Neuen Musik, in der ich seitdem wie Alice im Wunderland umher laufe und staune, sondern gleichzeitig auch in der Beschäftigung mit alten Satztechniken sowie all den Fragen, wie gute Musik gemacht ist und wie Komponisten aller Epochen mit ihrem Material, der Form und den Klangfarben umgehen. Ich besuchte viele zusätzliche Seminare in den Bereichen Musiktheorie und Neue Musik und bildete mich auch neben dem Studium intensiv auf diesen Gebieten weiter. Endlich bekam ich Antworten auf die Fragen, mit denen ich mich genau genommen auch damals schon konfrontiert gesehen hatte, als ich den Plan, ein Klavierkonzert zu schreiben, verwarf. Ich begriff, dass es ernsthafte, spannende Wege jenseits von tonalem Denken gibt und vor allem auch, dass sich all diese Wege – denjenigen der tonalen Musik und der alten Satztechniken inbegriffen – gegenseitig nicht ausschließen, sondern vielmehr ergänzen und bedingen. Darüber hinaus verstand ich, wie wertvoll all diese Erkenntnisse auch für mein Klavierspiel und meine Unterrichtstätigkeit sind.

Geteilte Freude ist doppelte Freude - meine Arbeit als Musikpädagogin

Ein Gedanke eint all meine musikalischen Interessensgebiete: die große innere Freude und tiefe Dankbarkeit darüber, die Schönheit und Tiefe von Musik erfahren zu dürfen – so verschieden diese in ihrer Ausprägung auch sein mag. Aus dem Wunsch heraus, diese einzigartigen Erfahrungen mit und durch Musik teilen zu wollen, wirkte ich bei Projekten wie dem Response-Projekt "Chaos und Ordnung" der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit mehreren Schulen aus Köln und Bonn mit. Darüber hinaus erteile ich mit großer Hingabe Privatunterricht in Klavier und Musiktheorie (Tonsatz + Gehörbildung). Im Jahr 2012 leitete ich einen mehrtägigen Klavierworkshop, bei dem ich neben Klavier auch Musiktheorie, Formenlehre und Bach-Stilistik unterrichtete. Im Sommersemester 2013 hatte ich außerdem einen Lehrauftrag über die musikalische Leitung eines Seminars über György Ligeti an der Kunsthochschule für Medien Köln inne. Seit September 2013 bin ich zudem Dozentin für Klavier und Musiktheorie (studienvorbereitende Ausbildung) an der Rheinischen Musikschule Köln, wo ich darüber hinaus immer wieder Workshops zu Neuer Musik anbiete. Unter der Leitung meines Kollegen, des Komponisten Thomas Taxus Beck, habe ich seit 2013 die Projektassistenz für "Zett Emm" inne, das Jugendfestival für Zeitgenössische Musik in Köln - ein deutschlandweit einmaliges Projekt der Rheinischen Musikschule Köln in Kooperation mit KölnMusik/Kölner Philharmonie, dem WDR und weiteren wechselnden Kooperationspartnern, welches bei seiner Erstauflage 2013 sehr gut angenommen wurde und seitdem jährlich ebenso erfolgreich fortgesetzt wird. Im Rahmen des ACHT Brücken Festivals 2014 der KölnMusik und Kölner Philharmonie habe ich an der Organisation und Konzeption eines Familienkonzert mitgewirkt, Workshops über Neue Musik gehalten und Arbeiten meines Seminars an der Kunsthochschule für Medien wurden gezeigt. 2015 leitete ich ein interdisziplinäres Projekt am Humboldt Gymnasium Köln, in welchem sich Musik, Response, Tanz, kreatives Schreiben und szenische Darstellung begegneten. Eine besondere Erfahrung war mein Projekt mit Straßenkindern auf Mauritius in Kooperation mit Indian Ocean Performing Arts anlässlich des Opernfestivals 2015. Erste Preise meiner Schüler beim Wettbewerb "Jugend Musiziert" sowie mehrere erfolgreiche Vorbereitungen auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule sowohl in Klavier als auch Gehörbildung/Musiktheorie zeigen die Früchte meiner engagierten und professionellen Arbeit.

Stipendien

Ich bin Alumna der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Darüber hinaus erhielt ich während meines Studiums mehrere weitere Stipendien wie z.B. das Anfänger-Stipendium der TU Kaiserslautern, ein Stipendium der Harvard University, ein Promotionsstipendium der Fraunhofer Gesellschaft sowie ein Stipendium der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Soziales Engagement

Mich für meine Mitmenschen und Tiere sowie für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur und unserer Umwelt einzusetzen, ist mir sehr wichtig, um ein faires Leben in Frieden und Liebe mit allem, was mich umgibt, aktiv zu leben und mitzugestalten. Aus diesem Grund bin ich Mitglied bei "Amnesty International", unterstütze das Kinderhilfswerk "Save the Children" sowie die sozialen Dienste der "Johanniter" und betreibe aktiv Tierschutz, u.a. bei "Straßenkatzen Köln e.V.".